DE/EN
 
Bonn, 20.10.17

15. Internationaler Fachkongress für erneuerbare Mobilität diskutiert die Zukunft des Verbrennungsmotors

Schlagworte wie Abgasskandal, Fahrverbote und Betrugssoftware bestimmen die aktuelle Diskussion über den Dieselmotor und die Zukunft des Verbrennungsmotors wird bezweifelt. Welche Diesel- und Ottomotoren sind im Sinne einer nachhaltigen und emissionsreduzierten Mobilität zukunftsfähig?  Welche Rolle kann der Verkehrssektor spielen, um die Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2030 um etwa 40 Prozent für den Klimaschutz zu realisieren? Ein bedeutsamer Treiber zur Erreichung dieses Ziels ist die Verschärfung des Flottengrenzwerts von 95g CO2/km für alle neu zugelassenen Pkw ab dem Jahr 2020. Diese und weitere Vorgaben zur CO2-Verminderung bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen erhöhen den Markt- und Innovationsdruck auf die Automobilindustrie.   

Im Fokus der Diskussion steht die „Dekarbonisierung“ des Verkehrs, die durch entsprechende Anreize zur Umstellung auf alternative Technologien, auf Antriebe und Kraftstoffe, unterstützt werden muss. Mit diesem differenzierten Themenspektrum befassen sich Experten und Teilnehmer im Plenum am ersten Veranstaltungstag des 15. Internationalen Fachkongresses für erneuerbare Mobilität „Kraftstoffe der Zukunft“ 2018, der vom 22. bis 23. Januar 2018 in Berlin stattfindet. 

Gemessen an dem zeitlichen Horizont steht die Antriebstechnologie insgesamt vor enormen Herausforderungen, gleichermaßen die antriebstechnologischen Voraussetzungen zur Einhaltung der CO2-Grenzwerte zu realisieren und Verbraucherpräferenzen zu berücksichtigen.  In diesem Kontext erörtern und diskutieren Vertreter aus Politik, Wissenschaft & Forschung, Wirtschaft und Umweltverbänden ihre Positionen und Strategien, welche den gestellten Anforderungen an den Klimaschutz genügen, sowie für die Automobilindustrie Perspektiven im Sinne einer machbaren Systemintegration aufzeigen. Neben der technischen Optimierung von Verbrennungsmotoren in Kombination mit elektrischem Antrieb (Hybridisierung), wird auch die Dekarbonisierung von Kraftstoffen eine große Rolle spielen müssen, um die Klimaschutzziele im vorgegebenen Zeitlimit zu erfüllen.

Professor Dr. Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur des Landes Baden-Württemberg, erläutert in seinem Vortrag die Perspektive für eine Antriebs- und Kraftstoffevolution als Komponente der Energiewende. Hierzu wird Professor Dr. Gennadi Zikoridse, Direktor des Forschungsinstituts Fahrzeugtechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, die Herausforderungen aus Sicht der Wissenschaft und Forschung darlegen. Die Ausgewogenheit einer zukünftigen Strategie ist grundsätzlich von Bedeutung, weil die aktuelle kritische Diskussion über den Verbrennungsmotor zu Verunsicherung nicht nur bei potenziellen Käufern führt, sondern auch eine erfolgreiche und nachhaltige Technologieentwicklung zum Stillstand bringen könnte. Auch vor diesem Hintergrund erläutert Michael Schäfer, WWF Deutschland, die Position einer Umweltorganisation. Dr. Joachim Damasky, Verband der Automobilindustrie (VDA), berichtet über die Entwicklungsstrategie der Automobilindustrie zu einer Antriebs- und Kraftstoffevolution. Dr. Max Kofod, Shell Global Solutions, spricht über die Weiterentwicklung der Angebotsvielfalt und des Komponentenmixes von erneuerbaren Kraftstoffen, die möglicherweise zukünftig von der Mineralölwirtschaft angeboten werden.


Kontakt:
Bundesverband Bioenergie e.V. (BBE)
Tel.: 0228/81002-22
hartmann (at) bioenergie .de