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Berlin, 22.11.19

Kraftstoffforschung - für heute und übermorgen

Biodiesel und Bioethanol sind in Deutschland und in der Europäischen Union nach wie vor die mit Abstand wichtigsten alternativen nachhaltigen Kraftstoffe. Sie sind damit die unverzichtbare Ausgangsbasis Treibhausgasemissionen in bestehenden Fahrzeugflotten zu reduzieren. Mit jeder Tankfüllung wird ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Das waren 2018 etwa 7,7 Mio. t Treihaus-gasreduzierung. Global gesehen bleiben diese Biokraftstoffe in den nächsten Jahren die mit Abstand wichtigste Alternative, ablesbar an den stetig steigenden Mandaten für die Beimischung in Nord- und Südamerika und Asien. Das bedeutet, dass nicht nur in der Europäischen Union, sondern insbesondere in diesen Ländern die motortechnischen und emissionsrechtlichen Anforderungen mit unterschiedlichen Beimischungsanteilen erfüllt werden müssen. Die langjährige Biokraftstoffforschung in Deutschland liefert hierzu nicht nur  wichtige Ergebnisse, sondern auch Ansätze perspektivisch Biodiesel als notwendige Komponente synthetischen Kraftstoffen bei ischen zu müssen.

Vor diesem Hintergrund müssen treibhausgasoptimierte und nachhaltige Biokraftstoffe als Ergebnis einer systematischen Begleitforschung auch als global wichtige Beimischungskomponente weiterentwickelt und Synergieeffekte untersucht werden. Die zeitlich sehr ambitionierten Klimaschutzvorgaben und die global stetig steigende Verkehrsleistung machen nachhaltige Biokraftstoffe unverzichtbar für den zeitnahen Einstieg in eine spürbare Energiewende im Transportsektor.

Mit dieser Aussage als Vortragsthema eröffnet Dr. Wolfgang Podesta, Lanxess Deutschland GmbH, die Vorträge dieser Sektion.  

Nachteilig bei Biodiesel ist dessen Siedeverhalten, bedingt durch die Kettenlänge der Fettsäuren. Biodiesel reichert sich im Gegensatz zu fossilem Diesel im Motoröl an. Bei Reinkraftstoffbetrieb führt dies zu verkürzten Wechselintervallen des Motoröls. Dies ist zwar bei Dieselkraftstoff mit max. 7 Vol.% nicht erforderlich, dennoch stellt sich die Frage nach dem Einfluss von Biodiesel auf die Motorölqualität und Verschleiß. Diese Frage beantwortet Stefan Zickmann, Volkswagen AG, bei Pkw-Dieselmotoren.
Oxymethylene-dimethyl-ether, kurz OME, steht für eine der möglichen synthetischen Kraftstoffe aus erneuerbarem Strom, der sich allerdings noch am Anfang der Entwicklung befindet. Allerdings zeigen erste Ergebnisse an Prüfständen, dass sich dieser Kraftstoff durch extrem niedrige Schadstoffemissionen auszeichnet. Ergebnisse erläutert Philipp Demel, Technischen Universi,Darmstadt.                   
Dr. Svetlana Crusius, ERC Additiv GmbH, stellt in ihrem Vortrag die Eigenschaften sowie die erforderliche Additivierung als Voraussetzung für die Kompatibilität mit fossilen und erneuerbaren Kraftstoffen in den Mittelpunkt.